Mittwoch, 3. April 2013

Stille Nacht

Es ist dunkel. Meine Augen sind offen, aber trotzdem sehe ich nichts als die Dunkelheit. Ich höre das Ticken der Uhr auf der anderen Seite des Zimmers, höre seinen lauten Atem, sein Herzschlag an meinem Ohr. Er ist so warm. Ich merke, wie sein Brustkorb sich langsam senkt und hebt, mein Kopf mit ihm. Ich lausche jedem einzelnen Herzschlag. Es könnte jeder Zeit aufhören. Es könnte nach einem Schlag still sein. Dieser Gedanke lässt mein eigenes Herz schneller werden. Ich lege meine Hand nahe an die klopfende Stelle, schützend, als könnte ich es für immer an dieser Stelle schlagen lassen. Ich schaue weiter in die Dunkelheit, lausche der Uhr, dem Atem, sein lauten und meinen eigenen ganz leise, sein Herzklopfen. Ich greife nach seiner Hand und er erwidert den Griff. Leise flüstere ich ,,Ich liebe dich". Ich weiß, er hört mich nicht, er schläft, tief und fest, aber er regt sich und schmiegt seinen Kopf an meinen. Zwischendurch ein kleines Schnarchen. Ich fühle mich so geborgen an seiner Seite. Dann, irgendwann, schlafe auch ich endlich ein.